Ohne Netz und doppelten Boden – Abstürze von Fahrzeugen
Schaut man sich das Arbeitsunfallgeschehen in der Transportbranche an, denkt man zunächst an Verkehrsunfälle. Aber ein weiterer Unfallschwerpunkt sind Stürze und Abstürze von Fahrzeugen, beispielsweise bei der Nutzung von Aufstiegen. Nicht selten führen solche Stürze zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod. Grund genug, sich in Transportbetrieben mit diesem Unfallgeschehen besonders zu befassen.
Häufigste Unfallorte sind die Ladefläche, Auflieger oder Anhänger. Unsicherheit auf fremden Betriebshöfen oder Hektik beim Be- und Entladen können das Unfallrisiko erhöhen. Wenn es schnell gehen muss, wird gern mal auf Leitern verzichtet oder die Aufstiege werden durch einen Sprung von der Ladefläche ignoriert.
Auch die Aufstiege selbst bergen ein Unfallrisiko. Im Extremfall fehlen sie, bieten zu wenig Auftrittsfläche, sind verbogen oder defekt. Je nach Witterungsbedingungen können Fahrerinnen und Fahrer auch abrutschen, weil die Aufstiege feucht oder glatt sind. Oder das Fahrpersonal hat die Hände nicht frei, weil es Papiere mit sich führt, oder es trägt unsachgemäße Schuhe wie Schlappen. Auch fehlende Beleuchtung oder unsichere Untergründe auf fremden Betriebshöfen (beispielsweise Löcher oder Unebenheiten) erhöhen das Unfallrisiko.
Gründe für den Absturz von Fahrzeugen sind vielfältig!
So ist es sicherer
Bereits bei der Beschaffung von Fahrzeugen sollte geprüft werden, ob ein Aufsteigen notwendig ist oder ob die Aufgabe auch ohne Aufsteigen (z. B. durch Abdecken der Ladefläche vom Boden aus) erledigt werden kann. Ist dies nicht möglich, müssen die Aufstiege über sichere Standflächen, eine Mindestbreite von 300 Millimetern und Haltemöglichkeiten verfügen. Bei großen Höhen sollten Absturzvorrichtungen wie Geländer oder die Sicherung durch Gurte vorgesehen werden. Ebenso ist die regelmäßige Kontrolle der Beschaffenheit der Aufstiege und der Untergründe der Ladeflächen unabdingbar, aber auch die regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten.
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