Hitze- und UV-Schutz im Freien

Die zunehmenden klimatischen Veränderungen führen dazu, dass Unternehmen, insbesondere solche mit Außenarbeitsplätzen, verstärkt Schutzmaßnahmen gegen Hitze treffen müssen.

Autor Dirk Richling

Viele Unternehmen sind sich der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden bewusst und sehen den Hitzeschutz mit Blick auf die Zukunft als wichtiger werdendes Gesundheits- und Fürsorgethema an.
In Ergänzung zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Regelungen zeigt dieser Beitrag Handlungsspielräume auf und gibt Empfehlungen an Mitarbeitende und Vorgesetzte, um die Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass Mitarbeitende möglichst geringe negative Einflüsse durch Hitze erleiden und keine erhöhte Unfallgefahr während ihrer Arbeiten entsteht.

Hintergrund

Hitze kann die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden beeinflussen und relevante Einflüsse auf die Sicherheit am Arbeitsplatz haben.

Bei Hitze drohen:

Hohe Temperaturen kommen nicht nur früher im Jahr, teilweise bereits im Frühling, sondern dauern vor allem auch länger an: Die Anzahl einzelner Hitzetage in Deutschland unterliegt durchaus regionalen Schwankungen, nimmt jedoch ebenso zu, wie das Auftreten mehrere/viele Tage andauernder Hitzewellen.

Durch den Klimawandel sind aber nicht nur mehr Hitzetage pro Jahr zu erwarten, sondern auch ein Anstieg der Sonnentage pro Jahr. Daher muss ebenfalls mit einer Zunahme der Tage gerechnet werden, an welchen ein erhöhter UV-Index auftritt.

Maßnahmen zum Schutz vor UV-Belastungen müssen betrieblich festgelegt sein (z. B. Unterweisungen, persönliche Schutzausrüstung, Bereitstellung von technischem Sonnenschutz und Sonnenschutzcreme, arbeitsmedizinische Untersuchungen für exponierte Personen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung) und werden an dieser Stelle nicht explizit betrachtet.
Nachfolgende Empfehlungen zielen auf Arbeiten ab, die im Freien erfolgen.

Allgemeine Empfehlungen

Arbeitgeber aber auch Mitarbeiter sind angehalten, entsprechend den konkret zu verrichtenden Arbeiten wie auch der jeweiligen lokalen Begebenheiten und Vorgaben zu planen und mögliche und sinnvolle Maßnahmen frühzeitig in die Wege zu leiten und umzusetzen.

In vielen Bereichen ist das Thema Hitze tätigkeitsimmanent bzw. liegt in der Natur des jeweiligen Arbeitsbereichs.
Nichtsdestotrotz können wir dazulernen und zum Schutz aller insbesondere im Umgang mit länger andauernden Hitzeperioden versierter werden und noch vorausschauender agieren.
Ebenso gilt es, Vorgesetze und Mitarbeitende zum einen generell, aber auch für die Bedeutung der Selbstfürsorge im Thema zu sensibilisieren.
Jeder sollte die Symptome und Verhaltensmaßnahmen, die im folgenden Sicherheits-Check genannt sind, kennen und anwenden.

Anzeichen bei Sonnenstich:
hochroter, heißer Kopf bei ansonsten kühler Haut, Nackensteifigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit/Erbrechen,
Bewusstseinstrübung
Erste Hilfe:
> Arbeit unterbrechen
> Kolleg*innen aufmerksam machen
> an kühlen, schattigen Ort begleiten
> bei Schwindel hinlegen
> Kopf unbedingt erhöht lagern
> Flüssigkeit zuführen (wenn bei vollem Bewusstsein)
> Kopf und Nacken mit nassen Tüchern bedecken
Anzeichen bei Hitzeerschöpfung:
starkes Schwitzen (kalter Schweiß) bei gleichzeitigem Frösteln, Blässe, schneller, schwacher Puls, Schwindel, Übelkeit, ggf. Muskelkrämpfe
Erste Hilfe:
> Arbeit unterbrechen
> Kolleg*innen aufmerksam machen
> an kühlen, schattigen Ort begleiten
> bei Schwindel hinlegen
> salzhaltige Flüssigkeit in kleinen Schlucken zuführen
(wenn bei vollem Bewusstsein)
Anzeichen bei Hitzeschlag:
kein Schwitzen, trockene, gerötete, heiße Haut, Körpertemperatur >39,5°C, stechender Kopfschmerz, schneller starker Puls, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Verwirrtheit, Benommenheit, ggf. Bewusstlosigkeit
Bei Hitzeschlag immer einen Notruf absetzen!

Erste Hilfe:
> an kühlen, schattigen Ort bringen
> schwere Kleidung ausziehen
> Flüssigkeit zuführen (wenn bei vollem Bewusstsein)
> kühl abduschen/Kühlumschläge anlegen (gesamten Körper
mit Wasser kühlen)
> bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage, Atmung prüfen, wenn nötig Wiederbelebungen

Hitze- und UV-Schutz im Freien

Der gesamte Artikel im Audioformat | MP3 | X MB

Bildnachweis:
Headerbild: OFC Pictures – stock.adobe.com