Konzept gegen Leiterunfälle
Leitern werden in fast allen Betrieben eingesetzt und immer wieder kommt es dabei zu Unfällen. Die Maßnahmen zur Verhütung solcher Leiterunfälle sind so vielfältig wie die Bauarten der eingesetzten Leitern. Daher braucht es ein durchdachtes Konzept, um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen deutlich zu steigern!
Die Verwendung von Leitern ist immer und überall gefährlich: Leiterunfälle verlaufen im Vergleich zu anderen Unfällen sehr viel häufiger schwer und führen zu überproportional vielen Arbeitsausfällen. Auch Todesfälle treten häufiger auf als bei anderen Unfallarten.
Die Zahl der eingesetzten Leitern und die Vielfalt der verschiedenen Bauarten ist in kleinen Betrieben noch überschaubar, in größeren nicht: So wurden in einem mittelgroßen Warenhaus einmal über 300 Leitern gezählt. Auch die Art und Häufigkeit der Verwendung ist sehr unterschiedlich, entsprechend die Vielfalt der erforderlichen Unfallverhütungsmaßnahmen.

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Ein Konzept schafft Ordnung
Das hier vorgestellte Konzept baut auf dem bewährten STOP-Prinzip auf:
Substitution: So ist zunächst zu klären, ob überhaupt eine Leiter gebraucht wird. Durch fest angebrachte Bühnen, Bedienungsgänge und Zwischenebenen kann der Einsatz von Leitern oft überflüssig gemacht werden.
Technik: Wird eine Leiter benötigt, ist die am besten geeignete Bauart zu finden, wobei Stufen immer Sprossen vorzuziehen sind. Eine Podestleiter bietet einen sicheren Stehplatz, an Anlege- und Stehleitern haben sich Einhängevorrichtungen zur Ablage von Gegenständen bewährt. Für Anlegeleitern sind Einhakvorrichtungen sinnvoll: Sie verhindern das Umfallen und sorgen für einen korrekten Anstellwinkel.
Wichtig ist auch die richtige Höhe der eingesetzten Leitern, die sich aus der Anzahl der besteigbaren Stufen ergibt.
Organisation: Alle Leitern sind – zum Beispiel im Leiterbuch – zu registrieren, der Ort ihrer Aufbewahrung wird eingetragen und deutlich sichtbar gekennzeichnet. Von Vorteil ist es, wenn an potenziellen Einsatzorten mit einem Piktogramm auf die geeignete Leiter hingewiesen wird. Noch eindeutiger ist es, wenn sowohl die Leitern als auch die Einsatzorte farbig markiert werden: An markierten Orten dürfen nur Leitern mit der gleichen Farbmarkierung eingesetzt werden.
Natürlich werden alle Leitern regelmäßigen Prüfungen unterzogen, wie es in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt ist.
Persönliche Maßnahmen: Alle mit Leitern Beschäftigte werden regelmäßig über den sicheren Umgang und die Details des angewendeten Konzepts unterwiesen. Dabei werden auch geeignete Kleidung und geeignetes Schuhwerk angesprochen.
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